Hopfen (Humulus lupulus)

Ich habe ihn schon an vielen Stellen gefunden: etwa an einer überrankten Holzbrücke im Thurgau, an einem Zaun der Zuckerfabrik Hohenau oder an einem Weißdornstrauch auf der Donauinsel: den wunderbaren wilden Hopfen. Es sind die weiblichen Blüten, die man im August/September pflücken kann, die ein wenig klebrig (harzig) sind und stark nach Marihuana riechen. Denn der Hopfen ist ein Hanfgewächs!

Gut bekannt ist der Hopfen durch das Bier, dessen wichtigster Bestandteil er ist und dem es die ihm eigene Bitterkeit verschafft. Deshalb wird der mehrjährige Hopfen natürlich in großem Stil angebaut, im August/September die weiblichen, doldenartigen Blüten geerntet und dann für das Brauen des Bieres verwendet. Der Hopfen gedeiht am besten auf lehmig/sandigem Boden und verträgt heiße Sommer nicht sehr gut.

Umso schöner, wenn man auch in der Natur wilden Hopfen findet. Man kann ihn wohl auf zwei Arten für seinen persönlichen Gebrauch verwenden: als Tee und zum Verräuchern. In beiden Fällen sollte man/frau sich aber sicher sein, daß es sich tatsächlich um Hopfen handelt. Geerntet werden die noch grünen Zapfen im August und September und dann am besten in einem lichtgeschützten Raum getrocknet. Nur dann bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten. Durch anschließendes Pressen können die grünen Zapfen zu Pellets verarbeitet werden, wodurch der Abbau ihrer Wirkstoffe nochmals verringert wird. Aber letzteres muss nicht unbedingt sein.

Hopfen wirkt entspannend, löst Nervosität und hilft bei Schlafstörungen.

Deshalb kann hier ein Teeaufguss von Nutzen sein: 1-2 Teelöffel getrocknete Hopfenblüten werden mit ca. 150 ml heißem Wasser übergossen und 10-15 Minuten ziehen gelassen. Vorsicht: der Aufguß wird bitter schmecken.

Und auch Räuchern kann eine Methode sein, um mehr Ruhe in das eigene Universum einziehen zu lassen. Empfohlen wird aber, keine Räucherkohle zu verwenden, das sonst der Zapfen zu schnell verbrennt. Hingegen bietet sich ein Räucherstövchen an, bei der die Zapfen auf ein dünnes Edelstahlnetz gelegt werden, unter dem ein Teelicht entzündet wird. Wenn man dann den Zapfen nicht direkt über die Flamme legt, sondern eher an die Peripherie der Flamme, wird sich der Rauch langsam, aber dafür viel nachhaltiger entfalten.

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