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Draußen nieselt es, der Nebel liegt dicht im Wald und Wasser tropft von den Bäumen. Wind rauscht dorch die Baumkronen. Kühles Wetter, welches an einem Sonntagmorgen oft zu dem Entschluß führt, daheimzubleiben. Nicht jedoch heute. Wir freuen uns, wieder den Kopf in den Wind stecken zu können. Sogar S. will mitkommen und findet sich ohne Murren ein. Wir steigen frohen Mutes aus dem Auto und starten in den Wald.

Auf unserem Weg zum geplanten Lageplatz stöbern wir ungeschickterweise Wespen aus ihrem Erdbau auf und bekommen die Rechnung unmittelbar serviert. Hartnäcking von den wütenden Tieren verfolgt, laufen wir davon, aber es hilft nichts: J. bekommt zwei Wespenstiche in den Hals und muss mit einem Insektenmittel versorgt werden, damit die roten Schwellungen abklingen.

Doch es gibt auch Erfolgserlebnisse: Wir finden eine Gruppe von jungen Schopftintlingen am Wegesrand und S. dreht sie vorsichtig aus dem Boden. Hinein in das Baumwollsäckchen mit ihnen. Das sollte unser Frühstück ein wenig bereichern. Nachdem wir unser Tarp als Regenschutz aufgebaut und ein kleines Feuer angefacht haben, gehts ans Kochen: Wasser für Tee, Milch für den Kakao, Eier für die Eierspeis, dazu Gebäck, frisch bei der Herfahrt gekauft. Und als Drüberstreuer die angebratenen Schopftintlinge. Instantsuppe gäbs ja dann auch noch, wenn einem von uns dreien kalt werden sollte.schopftintling

Mit dem sehr nassen Holz aus dem Wald können wir gut umgehen, weil wir ein paar Birkenscheite von zuhause mitgebracht haben und so eine gewisse Grundglut herstellen können. Das feuchte Holz liegt unter und am Rand des Glutherdes. So wird es schön trocken und kann später gut verwendet werden. Ich habe mich aus Faulheit und wohl auch wegen der großen Feuchtigkeit rund um uns dazu entschlossen, die schwedischen Spezialzündhölzer zu verwenden. Zudem ist der von J. geschnitzte Featherstick beim Entfachen des Feuers sehr hilfreich. Wir achten aber auch darauf, dass das Feuer schön klein bleibt, weil wir Sorge haben, das Tarp könnte oben Feuer fangen.

Wir könnten also zufrieden sein, nur der Wind macht uns einen Strich durch die Rechnung. Aber das ist eigentlich falsch formuliert. Denn schuld daran sind wir wohl selbst. Wir haben beim schnellen Aufstellen des Tarps auf die Windrichtung vergessen. So werden wir dann hin und wieder Opfer des beissenden Rauchs. Wir sollten daraus für das nächste Mal lernen.

Lagerplatz

Fazit: Ein sehr langes Frühstück in einem unheimlich schönen Nebelwald. Und wieder einmal sehen wir, wie lange alles dauert, um im Wald auch nur ein paar Eier zu braten, sich vor dem Wetter zu schützen und eine Wärmequelle in Gang zu bringen. Bushcraften braucht Zeit und ist viel Arbeit, jedoch Arbeit, die wunderbar entspannen kann. Nach ca. drei Stunden räumten wir zusammen und verlassen den Lagerplatz: hoffentlich ohne Spuren zurückzulassen. Die Energien fließen wieder.