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wegweiser

Ich habe J. geschrieben, dass es Ausdauer braucht, um den Sultansweg in Österreich nicht nur in seiner Gesamtheit zu begehen, sondern auch zu beschreiben. Letztendlich habe ich es geschafft und auf Etappen zu Fuß die beiden Grenzortschaften erreicht: Wolfsthal an der Grenze zur Slowakei (Bratislava) und Mörbisch an der Grenze zu Ungarn. Ich habe das Jahr 2013 diesem Unternehmen gewidmet und jetzt muss es nur mehr dokumentiert werden. Eine Webseite mit nützlichen Informationen ist im Entstehen.  Ich bin ein wenig stoz darauf.

wein

Doch nicht davon wollte ich vorrangig erzählen, sondern von meinem Marsch am Sonntag. Gestern also die Strecke von Eisenstadt nach Mörbisch genommen, das waren sechs Stunden gemächlicher Fußmarsch, zunächst bei stürmischem Wind und entsprechender Kälte, dann aber wurde es ruhig und still. Nüsse auf dem Boden, Weinfelder überall, geschäftiges Treiben auf den Feldern: Weinernte! Und dann nach dem Fußmarsches auf asphaltierten Wegen hinein in die Weite des Landes westlich des Goldberges. Ich beschloss am Waldesrand Rast zu machen und auf einmal war sie da, die meditative Ruhe mit einem Blick über die rotgoldenen Weinfelder und Wiesen, die sanft berab rollten.

hanf

Hanf hatte ich gefunden, zwischen meinen Fingern zerrieben und den herben Geruch genossen. Ich dachte sofort an illegalen Hanfanbau, aber das war wohl dem Einfluß der Einsamkeit hier geschuldet. Auch frisch gefallene Baumnüsse hatte ich vom Boden aufgehoben und paarweise in meinen Händen geknackt. Der klebrige Saft der Weintrauben, die ich gepflückt hatte, machte den Touschscreen meines GPSr unbenützbar. Um mich eine Vielzahl von Libellen und das Knacken von Holz. Die Landschaft war einsam, mit sich selbst und mit mir. Ich war wieder zuhause und da gehörte ich auch hin.