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Über den Umweg Niederlande hatte ein mir unbekannter Mann ein Treffen mit mir vereinbart, um über den Sultansweg in Österreich zu sprechen. Es geschieht seit einem halben Jahr immer wieder, dass sich Personen an mich wenden, wenn sie sich auf diesen Weg machen. Ich bin zum Experten für Österreich stilisiert worden: seis drum.

Ich finde derartige Kommunikation noch nicht  beschwerlich und die zeitliche Belastung hält sich in Grenzen. Meine Neugier auf andere Wanderer ist groß. Da ich den Sultansweg alleine gegangen bin, ist auch ein stetes Bedürfnis nach Austausch vorhanden. Also freue ich mich auf das Treffen.

Der Mann steht am Eingang des Cafes und wartet auf mich, der Altersunterschied ist an die 30 Jahre. Wir duzen uns sofort. Das ist so üblich unter Wanderern, auch wenn wir uns unter 1000 Höhenmetern befinden.

Erstaunlich, wie schnell Einverständnis herrscht über die gemeinsame Passion, nämlich das Gehen auf Fernwanderwegen. Viele Namen fallen: Mariazellerweg, Jakobsweg, Rund um Wien Weg etc.  Und gleichzeitig trägt das gemeinsame Gespräch zu einigen Feststellungen bei, die den Sultansweg betreffen: Wir sprechen über die Schwierigkeit, einen so langen Weg nur mit Freiwilligenarbeit festzulegen, zu markieren und zu beschreiben; über die wichtige Entscheidung, den Weg per Rad oder zu Fuß vorzurecherchieren; über die noch immer großen Lücken im Wegenetz und die Erwartungen der Wanderer; über die schlechte Webpräsenz und über die Sinnhaftigkeit von Etappeneinteilungen etc. etc.

Mit dem zeitlich sehr anspruchsvollen Hobby Weitwandern muss man erst leben können, war unsere gemeinsame Überzeugung. Und ja, es gibt Kompromisse, die den Ausgleich zwischen Passion und Beruf möglich machen, egal ob man nun jung oder alt ist. Und so gingen wir auseinander, das kommende freie Wochenende im Sinn.