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Solidarisch kann man sich als Bushcrafter und Camper schon fühlen, mit den Menschen, die in Wien keine Wohnung besitzen und aufs Übernachten im Freien angewiesen sind. Einem heutigen Zeitungsbericht (Der Standard) entnehme ich, dass durch die seit mittlerweile dreissig Jahren bestehende Wiener Kampierverordnung all jene zu 140 EURO Strafe und bei Nichteinbringung Gefängnis verdonnert werden, die sich den Schlafsack im Wiener Gemeindegebiet auch nur auf den Boden aufbreiten (sic!). Vom Übernachten ganz zu schweigen.

Diese Verordnung wurde 1985 dazu geschaffen, Tramper und andere Reisende daran zu hindern, in Wien auf freiem Gelände die Nacht zu verbringen. Grüne, Caritas und andere Organisationen sprechen sich bei einem Runden Tisch der Polizei, des Fonds Soziales Wien und anderer Hilfsorganisationen dafür aus, diese Kampierverordnung zu evaluieren. Wird diese doch hauptsächlich dazu verwendet, Obdachlose aus der Stadt zu vertreiben. Die Verantwortlichen der Stadt Wien machten jedoch klar: Evaluiert, d.h. nachgedacht wird nicht, zumindest öffentlich. Im Freien zu übernachten, bleibt straftbar. Insbesondere für jene, die wohl am Meisten Schutz benötigen würden.

Aha, denke ich, und stelle mir darüber hinaus vor, wie ich wohl behandelt werden würde, wenn ich auf der Wiener Donauinsel mein Tarp aufspannen, mir auf den Boden eine Iso – Matte legen und den obligaten Kaffee auf meinem Hobo-Stove bereiten würde. Gar nicht auszudenken, oder doch? Vielleicht sollten wir Bushcrafter und Prepper unsere Schlafsäcke ausbreiten, um auf die Desavouierung von Armut und Nichtsesshaftigkeit hinzuweisen. Vielleicht käme man dann ja auch mit den Obdachlosen ins Gespräch: über Survival Taktiken im Stadtgebiet, Stealth Camping und Ausrüstung für den Winter. Denn so manches haben Prepper, Bushcrafter und Homeless People gemeinsam.