Schlagwörter

, , , ,

20131230_163415

Wieder bei anbrechender Dunkelheit draußen, wir finden eine Feuerstelle, die vom Dorf am Fuße des Berges geschaffen und erhalten wird: Sitzbänke, ein Drehrost, trockenes Holz fein gestapelt in einem regensicheren Unterstand unterhalb zweier Tannen. Vier dunkle Steinblöcke, wahrscheinlich Granit. Ein wenig hartgefrorener Schnee auf dem Rasen, der Laut unter unseren Schuhen knirscht. Die Aussicht auf den Säntis ist grandios. Es ist so gegen 16.30 als wir mit Messer und Axt beginnen, die Holzscheite in Hobo-Stove-gerechte Stückchen zu schlagen. Ich benutze das Mora – Messer, J. die kleine Axt, die wir günstig in einem kleinen Brocki Laden erworben haben. Sie muß bald geschärft werden, weil sie am Holz immer wieder abprallt.

Die Temperatur geht gegen den Gefrierpunkt, denn die von uns mitgebrachten Gegenstände beschlagen in der Dämmerung zuerst feucht und bilden dann auf der Oberfläche kleine Eiskristalle aus, die wir begeistert beim Licht der Taschenlampe bewundern. Wiederum bewährt sich unser Hobo Stove, weil er zuversächlich und schnell unser Wasser kocht. Schließlich genießen wir bei Dunkelheit Suppe und Kaffee. Letztendlich gibt das kleine Feuer aber zu wenig Wärme ab, um uns hier stundenlang am Aussichtspunkt zu halten. Die Kälte beißt und fährt uns in die Knochen. Kein Tarp schützt unseren Rücken.

20131230_160428

Langsam ist der Säntis nur mehr als mattblaues Schneefeld zu erahnen. Die Tannen heben sich als hohe schwarze Säulen gegen das Zwielicht des Himmels ab. Wieder eine beginnende Rauhnacht, wieder ohne Wilde Jagd. In meiner Hosentasche brennt das noch unbeschriftete Ogham Stäbchen, ich trage es seit einigen Tagen mit mir herum. Manchmal greife ich es mit meinen Händen im Hosensack. Warm und lebendig liegt es in meiner Faust. Das Stäbchen lenkt meinen Blick auf den Baum, den es bezeichnet. Ich möchte ihn gerne oft sehen und mich ihm annähern. Morgen vormittags in aller Einsamkeit will ich mich in seinen Kreis einschreiben. Sonnenschein soll es geben.

Die Rückkehr erfolgt schon bald. Blind tappen wir bei fast völliger Dunkelheit den Waldweg hinab. Die Füße übernehmen das Sehen. Nur in der Ferne glitzern die Lichter des Dorfes in dem wir wohnen, weit unter uns. Ich denke an Schweden und das Vorhaben Skaneleden zu Ostern 2014.