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Ich bildete die Vorhut heute abend. Schon zwei Stunden vorher schleppte ich das Brennholz zur Feuerstelle der Kinderspielgruppe, baute eine ausreichend großes Tripod aus Holz, schnitt zwei am Boden liegende Tannen in geeignetes Brennholz, schichtete das Top Down Feuer und spannte Tarp und Biwaksack, um das Feuer zu reflektieren. Vorbei meine Wege an den kleinen Bäumchen, die mit Äpfeln geschmückt waren, eine Art Weihnachtsgeschenk für die Tiere des Waldes. Es erinnerte mich an ein Video auf dem Kanal von Naturliebe. Schön, daß sich Kinderspielgruppen in der Schweiz solchen Themen widmen.

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Ch., A., S. und J. kamen dann bei Einbruch der Dunkelheit und brachten den Rest an Essen und Geschirr. Es gab heute Minestrone aus dem Kessel, alkoholfreien Punsch, Raclette mit Kartoffel in Folie, Ezme-, Kartoffel- und Nudelsalat, Kaffee und Tee, selbstgemachten Kuchen. Wie immer ist bei solchen Gelegenheiten viel zu tun. Kochen, ausschenken, Holz nachlegen und, und… Das kleine Buffet, das zu Hause vorbereitet worden war, haben wir in dem kleinen überdachten Unterstand auf den Holztisch gestellt, drei Kerzen beleuchteten schwach den Tisch. Das Licht reichte, um sich Salate und Brot zu holen und dann wieder zum Feuer zurückzukehren. Die Kinder sprachen miteinander ohne Ende, so als ob sie sonst nicht zusammen wären, die Erwachsenen hörten ihnen oft staunend zu. Die Stimmung war aufgekratzt und alle waren auf das Feuer konzentriert. Die Tannescheite knackten im Feuer, Funken stoben hoch in den Himmel, unsere Gesichter glühten. Manchmal verfingen sich die Funken im Lodenumhang von Ch.. Man musste sich erst vom Feuer abwenden und langsam an die Dunkelheit gewöhnen, um die Sterne am klaren Himmel zu sehen. Sie wirkten tröstlich und ernst, aber nie beängstigend.

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5 Stunden blieben wir zusammen und als nur mehr ein großes Glutnest übrig war, schrieben wir alle unseren Rückblick auf das Jahr 2013 auf ein Blatt Papier, unsere Wünsche für 2014 auf ein anderes. Sie wurden jeweils in ein Kuvert gesteckt und wir begingen eine kleine Zeremonie, rund um das Feuer versammelt. J. begleitete mit ihrer Trommel, wie wir zuerst 2013 verabschiedeten und dann 2014 begrüßten. Dunkel vergloste 2013 und hell loderte 2014 auf. Es war 2 Stunden vor Mitternacht. Abschied und Begrüßung hatten viel Zeit. Das neue Jahr kommt langsam, nicht in jener Ekstase, wie es uns die Verkäuferinnen von Feuerwerkskörpern glauben machen wollen. Zum Abschluss räucherten wir mit weißem Thymian und mit Weihrauch und bevor wir gingen steckte J. zwei Ambrosia – Räucherstäbchen an den Rand der langsam erlöschenden Glut. Es war schön, mit welcher Selbstverständlichkeit wir diese Zeremonie begingen: ohne Emphase, ohne Eitelkeit und ohne Bigotterie. Es war für uns alle ein normaler und notwendiger Vorgang. Ich freue mich auf das Neue Jahr und bedanke mich bei allen, die mit mir dieses begrüßt haben.