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Meine Konzentration auf die Tanne/Fichte hat mich zu Einsichten gebracht: Dinge vielleicht, die ich ohnehin schon gewußt habe, welche ich aber nun einer Zusammenschau konzentriert erkenne. Es geht dabei darum, wie oft und wofür ich sie schon bei meinen Aufenthalten im Freien genutzt habe. Hinzugekommen ist eine neue Einsicht, die ich durch meine Ogham relevanten Rituale gewonnen habe: man sollte Einverständnis mit den Bäumen herstellen, die man für sich nutzen will. Das klingt in Zeiten wie diesen sehr versponnen, wenn nicht gar verrückt. Dazu muss ich sicherlich hier schreiben, um zu erklären, was genau diese Aussage für mich bedeutet.  Doch nun zur Tanne, die ich hier stellvertretend für all Kieferngewächse nehme.

* Es ist schön bei Tannen zu sitzen, die so gerade in den Himmel wachsen, wie ein Rückgrat, das wir in unserem Privat- und Berufsleben so stark vermissen. Es ist aber auch beeindruckend zu sehen, wie Föhrenzweige sich biegen und winden können und trotzdem stark und knorrig daherkommen. Und so nutze ich den Baum um über mich und mein Leben nachzudenken. Aber es gibt natürlich auch banale Dinge, die sich fürs Bushcraften hervorragend nutzen lassen und die mehr auf das Pragmatische und die ganz konkrete Nützlichkeit zielen.

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* Die abgestorbenen Äste an ihren Stämmen dienen ausgezeichnet zum Anfeuern, da sie im Vergleich zum herumliegenden Altholz fast immer trocken sind. Aber Achtung: die Bruchstelle sollte sich nicht direkt am Stamm, sondern eine Handbreit daneben sein.

* Auch die Zapfen lassen sich hervorragend zum Anfeuern verwenden.

* Das Harz, mit denen die Bäume ihre Wunden verschließen kann man dreierlei nutzen. Einmal als sehr guten und lange anhaltenden Brennstoff beim Anfeuern und andrerseits als gutes Antiseptikum bei offenen, auch blutenden Wunden, die man sich im Wald zugezogen hat. Einfach flüssiges Harz auf die Wunde schmieren. Und schließlich kann man damit Kaugummi produzieren – die Anleitung dazu gibts im Youtube Kanal von phreshayr. Wichtig ist dabei, das Harz sehr vorsichtig vom lebenden Baum abzutragen, weil dieses ein wichtiger Schutz für den Baum ist. Um Harz immer bereit zu haben, sammle ich es auf meinen Wanderungen in kleinen Plastikdöschen.

* Eine andere Art, von Tannen Harz zu gewinnen, ist das Aufstechen der sogenannten Harzblasen auf der Rinde des Baumes, von wo sich ein besonders  reines und flüssiges Harz für die Wundversorgung und das Feuermachen gewinnen läßt. Martin Fürst hat in einem Beitrag darauf hingewiesen.

* Tannen oder Fichtennadeln, insbesondere die jungen Triebe im Frühling, machen einen ausgezeichneten Tee. Eine Handvoll dieser Triebe ins kochende Wasser geben, aufkochen und wenige Minuten ziehen lassen, bis sich die Nadeln weissgelb färben. Wer den Absud mit viel Zucker mischt, gewinnt den sogenannten „Wipferlsirup“, der gegen Husten und zur Stärkung der Atemwege verwendet wird.

* Ebenso kann man Kienspan aus den Baumwurzeln herausschneiden, Stücke Holz, an denen sich das Harz so stark eingelagert hat, dass das Holzstück seidig-fett glänzt. Es ist ebenso ein ausgezeichneter Tinder, insbesondere wenn man es vorher mit dem Messer in kleinen Spänen abschabt und auf das kleine Häufchen seinen Zunder richtet.

* Um aus Baumharz Kaugummi zu gewinnen, das ist zwar etwas mühsam, aber Northwest Bushceaft und Survival zeigt, wie das auch mit einfachen Mitteln gelingen kann: How to make spruce pitch gum.

Wer darüber hinaus sich über die Nutzbarkeit der Tanne als heilkräftiger Baum informieren will, der kann dies ja bei Miriam Wiegele tun.

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