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Schon bei einem meiner vorigen Ailm – Rituale im Wald hatte ich neben der Buche vor allem die Stechpalme angetroffen, meist in Form zäher und sehr stacheliger Gebüsche. Und eine schmerzhafte Erfahrung hatte ich mit ihr gemacht: denn als ich gierig ein Stück von einem Strauch schneiden wollte, um ein Ogham-Stäbchen zu schnitzen, riß ich mir mit der Säge des Taschenmessers eine tiefe Wunde in meine Hand, die ich wegen des starken Blutdranges sorfort versorgen mußte. Ich empfand dies als Bestrafung für die Respektlosigkeit und Gier, mit der ich diesem Baum begegnet war. Denn die Regel ist, nichts vom lebenden Baum zu schneiden und geduldig nach einem Stück toten aber nicht abgestorbenen Holz zu suchen, um von diesem Stück ausgehend das Ritual zu entwickeln.

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Die Stechpalme ist ein Baum, auch dies eine neue Erfahrung für mich. Bisher hatte ich sie nur als lästiges Gesträuch gesehen.  Als ich heute meinen Tannentee an dem Ort trank, von dem auch mein Ailm – Ogham Stäbchen bezogen hatte, fand ich die ersten, etwa 3 bis 4 Meter hohen Stechpalmen, die weiblichen Pflanzen rote Beeren tragend. Und plötzlich lag ein Zweig vor mir, von dem ich ein Stechpalmen Hölzchen schneiden konnte. Und ich wusste das dies jetzt der richtige Moment war. Denn hier war der Ort, an dem ich mit meinem Ogham Ritual begonnen hatte, die Heimat meiner gefällten Tanne. Und es war die Dreieinigkeit von Buche, Stechpalme und Fichte/Föhre, der ich so oft in letzter Zeit begegnet war und die ich auch an diesem Ort vorfand.

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Ich schnitt das Hölzchen also von dem großen Baum, wie immer eine Handbreit lang, und schnitt dann die Enden mit meinem Messer rund. Ich war froh, den nächsten Schritt getan zu haben und freute mich schon, über die Stechpalme  in meinem Buch zuhause lesen zu können.