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Bild Die ganze Nacht hatte es geregnet und für den Morgen waren Schneefälle angesagt. Ich wußte also, das es sehr schwierig sein würde ein gutes Feuer zu entfachen und wollte daher ein paar Scheite trockenes Holz von zuhause mitbringen. J. lud mich bei der Beiz auf der Anhöhge aus und ich machte mich auf den Weg zur Feuerstelle, an der ich mein Brot („Bannock“) backen wollte. Ich trug meinen üblichen Rucksack, hatte aber über meinen Bauch noch einen zusätzlichen Rucksack mit Buchenholzscheiten aufgeschnallt. So wankte ich bergan bis ich den Platz erreicht hatte, der in einer kleinen Senke am Waldesrand lag.

Die Methode „Von Nass zu Trocken am offenen Feuer“ besteht darin, mit dem nassen Holz vor Ort einen schönen Stapel in einem Schachbrettmuster zu schichten. Wichtig sind die Zwischenräume, die man freilassen muss, damit sich der Sauerstoff schon entfalten kann und der Zug nach oben entsteht. Darauf kommt in selber Manier das Trockenholz, dann dürre Zweige und darauf entfache ich die Glut. Und schon gibts ein Feuer, dass man nach und nach mit zusätzlichem feuchten Holz, das man vorher an der Feuerstelle antrocknet, füttern kann. Es brennt stundenlang, so man nur will. Während also das Feuer vor sich hin bruzzelte, spannte ich mein Tarp und hängte meine mittlerweilen nassen Kleider darunter auf, wo sie schnell trockneten. Das Tarp staute die Hitze des Lagerfeuers so gut, dass ich es darunter, mit nur zwei Leibchen bekleidet, angenehm warm hatte. Jetzt sollte es ans Brotbacken gehen. Bild Ich hatte mir schon zuhause folgende Brotmischung in einem Plastiksack vorbereitet: 1 Tasse Weizenmehl, 3 Esslöffel Milchpulver, I Esslöffel Backpulver, 1/2 Esslöffel Salz. Mit dem mitgebrachten Pflanzenöl und ein wenig Wasser, das ich vorsichtig angoß, knetete ich im Säckchen die Masse zu einer Kugel, die nur mehr wenig klebte. So konnte ich diese schließlich in meinen bloßen Händen weiterkneten, bis ich einen sehr geschmeidigen Brotteig erhielt. Ich entschied mich für die einfache Variante und sah davon ab, das Brot an Stöckchen zu braten. Ich hätte da mit sehr nassen (und schmutzigen) Ästen hantieren müssen, und das wollte ich diesmal vermeiden. So kam das Brot in die Pfanne und diese auf die Glut. Nach 15 Minuten wendete ich das Brot und ließ es auf seiner anderen Seite weitere 15 Minuten weiterbacken. Wenn das Brot beim Daraufklopfen hohl klingt, dann ist es fertig. Sorgsam gehe man allerdings mit lodernden Flammen um, die verbrennen das Brot nur und nichts ist letzten Endes erreicht. Bannock Während das Brot vor sich hinbuk, briet ich mir vegetarischen Fleischkäse mit Eiern und kochte ein paar Tassen Kaffee. Ein nasses, aber sehr befriedigendes Frühstück war dies, an einem Sonntag, wo viele wegen des schlechten Wetters erst langsam aus den Federn gekrochen kommen. Herzlichen Gruß vom Wald, den man bei allen Wetterlagen genießen sollte. Ach ja, nach drei Stunden Wald packte ich alles zusammen und machte mich zu Fuß bei strömendem Regen auf den Weg nachhause. Der Tag war gemacht!

gekoo