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IF   Mehrere Hinweise haben mich auf die March aufmerksam gemacht. Da war einmal jener ausgezeichnete Universum-Bericht über das einzigartige Ökosystem entlang der March. Dann las ich über das Projekt des Alpen-Karpaten-Korridors, welches den freien Wildwechsel von den Karpaten über die March- und Donauauen bis in die Alpen zu ermöglichen versucht. Unmittelbarer Anlaß war aber der Föhrenwald in den Sandbergen bei Drösing, ganz im Sinne meiner Suchbewegung im Tree – Ogham, wo ich mich nie zwischen Tanne und Kiefer entscheiden hatte können. Nebenbei wollte ich auch noch drei Caches loggen, die in den Marchauen zwischen Sierndorf und Drösing lagen und an denen ich nicht vorübergehen konnte.

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Wie also entstanden diese Sandberge? Auf einem Hinweisschild der Umgebung konnte ich entnehmen: Die Flußniederung der March wurde durch die Hochwasserdynamik in der Vergangenheit immer wieder umgestaltet. Bei Niedrigwasser fielen riesige Sandbänke trocken, aus denen der Wind Feinsedimente aufwirbeln und verblasen konnte. Das feinkörnige Material wurde im Postglazial meist nur über geringe Distanzen verfrachtet und lagerte sich teilweise in Form von Sanddünen ab. Um die Flugsande zu stabilisieren, wurde das Gebiet  „In den Sandbergen“ im 19. und 20. Jahrhundert gr0ßflächig aufgeforstet, so dass die charakteristische Silbergras-Flur allmählich verschwand. Doch nur vorübergehend: Als vor einigen Jahren der Oberboden einer Schlagfläche abgetragen wurde, konnte sich aus den im Sand eingeschlossenen Samen innerhalb weniger Monate wieder eine Silbergras-Flur etablieren.

Diese Geschichte mochte ich, wies sie doch auf die Charaktaristik unserer Kulturlandschaft hin, die so viele mit der „Natur“ verwechselten.

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Nachdem ich längere Zeit die Fichtenwälder durchstreift hatte, machte ich mich querfeldein über die weiten, landwirtschaftlich genutzten (?) Flächen der Au, welche immer wieder von den typischen Kopfweiden durchzogen waren. So landete ich schließlich auf dem Weg nach Drösing. Obwohl es schon spät war, versteckte ich mich rechtsab an einem Altarm der March im Wald, um mit meinen Kocher Tee zuzubereiten. Über mir kreisten Reiher und Schwarzstörch, die böse Geräusche ausstießen. Die Sonne ging unter und Dämmerung brach herein. Es wurde kalt. In der Dunkelheit kam ich am Bahnhof an: überraschenderweise war das Bahnhofsgebäude geöffnet, sodaß ich die halbe Stunde Wartezeit im Warmen verbringen konnte.