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Eng verknüpft ist die Iddalegende mit dem Kloster Fischingen. Über die Iddalegende habe ich ja vor kurzem geschrieben und eine Fortsezung versprochen. Ich kann aber nicht über die Interpretationsmöglichkeiten der Legende sprechen, so lange die Orte und die Landschaft der Legende nicht beschrieben sind, mit der diese Legende so eng verbunden ist: die Iddaburg (vormals Alt-Toggenburg), das Kloster Fischingen, die Ortschaft Gähwil und Au im Murgtal.

Die Iddaburg hat sich ja seit der Mitte des letzten Jahrhunderts zu einem nicht unbedeutenden Wallfahrtsort für die Region entwickelt. Das hängt auch mit dem an ihr vorbeiführenden Jakobsweg (aka Schwabenweg) zusammen, der das in der Nähe liegende Kloster Fischingen als Station nimmt. Wallfahrtsort ist die Iddaburg seit 150 Jahren. Die auf der Anhöhe der Iddaburg befindliche Kirche und das Restaurant, sowie die an einem Hang eingelassene Lourdesgrotte liegen an jener Stelle, wo sich einst die Stammburg der Toggenburger vom 11. bis zum 14. Jahrhundert (Alt-Toggenburg) befunden hatte. Von dieser Burganlage sind kaum auffindbare Reste vorhanden, das Mauerwerk wurde für die im Tal gelegene Kirche von Gähwil verwendet.

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Tatsächlich ist ein besuch der Iddaburg lohnend, auch wenn man dem Unterfangen von Wallfahrten skeptisch gegenübersteht. Vor allem der Ausblick auf den dichten Wald Richtung Grat und Hörnli ist beeindruckend, die Lourdesgrotte überraschend stimmig, die Kirche mit einer Schwarzen Madonna, einer Iddastatue und einem Iddagemälde bestückt und schönen Kirchenfenstern versehen und im Restaurant zu sitzen und auf Gähwil und weiter Richtung Bodensee zu blicken, tut gut. Dennoch stört der Begriff „Absturzstelle“ bei jenem Schild, das auf den Ort hinweist, wo Idda angeblich fast zu Tode gekommen wäre. Zu neutral und entemotionalisiert, vielleicht sogar heuchlerisch scheint es mir, damit eheliche Gewalt, ja einen Mordversuch zu verschleiern.

Dennoch, die Iddaburg ist empfehlenswert, sei es zu Fuß oder per Auto. Der Wanderer erreicht sie am Besten von Fischingen aus, wohin uns in Schweizer Zuverlässigkeit ein Bus bringt. Vor rund 150 Jahren war es bei weitem nicht so bequem, man musste als Wanderer den langen Weg von der Bahnstation in Sirnach auf sich nehmen.

Eine diesbezüglich interessante Textpassage aus dem 19. Jahrhundert habe ich in den Wanderstudien aus der Schweiz des Eduard Osenbrüggen gefunden. In diesem Buch beschreibt der Autor nicht nur die Geschichte des Klosters Fischingen und präsentiert die Iddalegende in einem sehr nüchternen Stil, sondern er wandert auch auf jene Anhöhe, die heute Iddaburg heißt. Ich möchte die Lektüre des 1867 erschienenen Buches all jenen empfehlen, die sich einen Überblick über die Iddalegende verschaffen wollen.Es ist auch als PDF downloadbar.

Hier eine Textstelle, die auf die Anfänge des heutigen Wallfahrtsortes hinweisen:

Iddaberg01

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