Schlagwörter

,

Immer wieder habe ich im Laufe meines Lebens an das Buch von Knut Hamsun gedacht, für das er 1920 den Nobelpreis bekommen hat: Markens Grøde (dt. Segen der Erde). Vor kurzem habe ich es wiedergelesen, als mir ein alter verstaubter und vergilbter Band in die Hände gefallen ist. Unvergesslich die ersten Seiten des Romans, in denen der „Held“ Isaak das (scheinbar unberührte und herrenlose) Stück Land für sich absteckt und mit den rudimentärsten Werkzeugen (Axt und Messer) das Land urbar macht. Ja, diese Art von einfachem Leben hat mich immer schon angesprochen. Holzschnittartig breitet sich das einfache Leben vor meinem geistigen Auge aus, entfaltet sich ein linearen Lebensentwurf aus der Sicht eines Mannes, der heute wohl kaum als politisch korrekt bestehen kann.

So sperrig dieses Buch geschrieben ist, so erratisch wirkt auch der Stummfilm aus dem Jahr 1921, der auf Youtube nun frei verfügbar ist, und der sich mit seinem Drehbuch eng an den Erzählstrang des Buches hält. Regie führte der Däne Gunnar Sommerfeldt. 1993 wurden die beiden bis dahin vorhandenen Fassungen des Films zusammengeführt und restauriert.

Sehnsüchte nach den einfachen Leben werden wach, wenn auch wissend, wie eng die zivilisationskritische Aussage mit der Verklärung des Bauerntums verknüpft ist, Damit hat schließlich auch die Nazi Ideologie gut zu spielen gewußt. Dennoch: Fasziniert verfolge ich den ethnographischen Aspekt des Films: die Feuerstellen, Werkzeuge, Kuksas, Blockhausarchitektur u.v.a.m Und dann kommt auch noch das Volk der Samen vor. Dazu wird es an anderer Stelle mehr zu erzählen geben.