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J. macht mich auf Imbolc aufmerksam. Mit ihr gemeinsam bastle ich das Brigitta Kreuz. In Ermangelung von Binsen, aus dem es in der Regel gemacht wird, nehmen wir eingeweichte Strohhalme. Schade, denn es wäre sinnhaft, das grüne Gras übers Jahr welken zu sehen, um es im folgenden Jahr am 1. Februar zu verbrennen, wenn das neue grüne Kreuz geflochten ist: eine schöne Entsprechung für den Kreislauf des Jahres. Es tut gut, nach so langer Abstinenz sich wieder ein wenig auf das Spirituelle in uns und um uns konzentrieren zu können.

 

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Bridget’s Cross, hausgemacht. Copyright: Krakatoa

Imbolc ist eines der wichtigsten Feste der Kelten. Mit ihm wird die Wiederkehr des Lichts und des Lebens nach dem Winter gefeiert. Zwischen der Wintersonnenwende (Yule: 20-23 Dezember) und der Frühlings Tag und Nachtgleiche (Ostara: 20/21. März) gelegen, symbolisiert es die Wiederkehr des Lebens im Jahr. Die Winterzeit ist zu Ende. 2018 feiert man Imbolc in der Nacht vom 31. Jänner auf den 1. Februar.

Im Zentrum der Anrufung steht dabei Bridget, die alte keltische Göttin. Als keltische Göttin ist sie der Archetyp für unterschiedliche Aspekte der Natur. Sie ist Schutzherrin der Schmiede, der Poeten und der Heiler und wird mit dem Licht gleichgesetzt. Gleichzeitig ist sie die Gebamme des Lichts und des Lebens. Das Christentum, das keinen anderen Glauben neben sich duldete, hat aus ihr in Irland Brigida von Kildare gemacht. Imbolc wurde in unseren Breiten zu Maria Lichtmess. Die Göttin des Feuers wurde patriarchalisiert: nunmehr sollte Jesus als Bringer des Lichts firmieren: am 2 Februar des Jahres.

Ich aber will mich, ganz im Sinn eines Pagan, an den alten Rhythmen der Natur orientieren. Ich fertige mein Brigitta Kreuz an, besuche das Draußen, um mich wieder am Sonnenlicht zu orientieren und erleuchte die Nacht zum 1. Februar mit offenem Feuer. Am Hausaltar vollziehe ich die Anrufungen der Göttin des Lichts.

Das Erwachen des Lebens ist mit Achtsamkeit und Gewißheit zu begehen. Die wenigen Stunden bis Imbolc verbringe ich mit Vorbereitungen.