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Es war eher als eine Meldung gedacht, die zum Schmunzeln anregt und das Thema will auch gerne als spleenig, kurios oder schräg betrachtet werden. Vice berichtete kürzlich über einen neu einzurichtenden Lehrstuhl für Magie. (engl. Allain Slaight Chair for the Conjuring Arts). Tatsächlich macht dieser geplante Lehrstuhl derzeit als Kuriosum seine Runde durch die Kanadischen Fernseh-Talkshows und auf Twitter. Was aber steckt hinter der Einrichtung des Lehrstuhls tatsächlich? Magic oder Magick?

Harry_Houdini

Harry Houdini. Copyright: Public Domain

Ein genaues Lesen der Webseite der Carleton – University, auf der diese Stelle ausgeschrieben ist, empfiehlt sich. Tinderness kommt zu folgender Zusammenfassung:

  • der Lehrstuhl wird zur Hälfte von der Slaight Family Foundation in einer Höhe von 2 Mio. Kanadischen Dollars finanziert und entspricht dem lebenslangen Interesse des Medienmoguls Allain Slaight für die Magie.  Er hat seinen Berufsweg als „Magier“ in einer Radioshow begonnen, ist in den 1940er Jahren als Illusionist öffentlich aufgetreten und hat auch entsprechende Bücher publiziert, wie Wikipedia zu berichten weiß.
  • Wie aus dem Ausschreibungstext der Universität ersichtlich ist, ergänzt dieser Lehrstuhl eine Büchergabe der Slaight Familie von etwa 1600 Texten zum Thema Zaubertricks und wird zur bereits bestehende Bibliothek zur Magie hinzugefügt.
  • Gesucht werden BewerberInnen mit einem multidisziplinären Hintergrund und spezieller Qualifikation in der Erforschung von Magie (magic and the conjuring arts).

Die entscheidende Frage ist, ob sich der Forschungsgegenstand eher mit Magie als Varietekunst und Illusionismus beschäftigt, oder tatsächlich mit dem was Wicca-Begründer Gerald Gardener  als Magick bezeichnet hat: mit Magie als spirituellem Instrument.  Alles deutet darauf hin, daß sich die Forschung an der Carleton University eher mit der Magie als Varietekunst beschäftigen wird. Auch das ist sicherlich spannend. Die wissenschaftliche Aufarbeitung von Magick müssen wir weiterhin HistorikerInnen oder ReligionswissenschafterInnen überlassen.