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Erst vor kurzem bin ich durch einen Film auf der Streaming Plattform Mubi auf den georgischen Maler Nikolos Pirosmanaschwili aufmerksam geworden: den im Jahr 1969 in der Sowjetunion gedrehten Film Pirosmani. „So macht man heute kaum mehr Filme“, denke ich! Jede Sequenz ist wie eine gemalte Szene und dem Publikum wird genügend Zeit für eine eingehende Betrachtung derselben gegönnt: es ist, als wäre jedes Bild quasi konstruiert worden und als setze sich der Film aus statischen Bilder zusammen. Ein Film wie ein Gemäldegalerie – so könnte man auch sagen. Ich geniesse die Zeit, welche dem Zuschauer  durch das langsame Tempo des Filmes für das Zusehen und das staunende Innehalten gewährt wird. Eine selten gefühlte Wohltat in all dem bildergeilen Mediengetümmel von Heute. Ich habe mir vor Begeisterung und für jeden Fall viele Screenshots gemacht! Immerhin wird es ja den Film, wie auf MUBI üblich, nur 30 Tage zum erneuten Ansehen geben.

Es sind aber nicht nur die formalen Strukturen des Filmes, die mich so begeistern, es sind auch die Bilder des mir bis dahin unbekannten Malers, die mich bewegen. Trotz des naiven Stils, der aus den Bildern spricht, scheint es mir, als hätte Pirosmanaschwili das Innenleben der Tiere erfasst, die unangreifbare Ewigkeit der belebten Natur. Irgend etwas hat ihm die Gnade eines Blickes ermöglicht, welcher weit über das hinausgeht, was wir heute sehen können. Vielleicht ist es ja auch so, daß uns diese Bilder lehren können, wieder hinter die Klischees der Werbung und der Bilderwelten der sozialen Medien zu sehen. Und das ist ohne Zweifel auch eine der Funktionen von Kunst!

Quasi als Erinnerung an dieses Erlebnis habe ich eine kleine Gemädegalerie zusammengestellt, die man hier genießen kann: