Harz aus Glas

harzsticks

Um bei nassem Wetter Feuer anfachen zu können, wird in der Fachliteratur oft empfohlen, dem Kleinholz Baumharz beizumengen, da letzteres eine lange Brenndauer und einen niedrige Zündtemperatur besitzt. Gesagt, getan, doch Harz ist zäh, verklebt Messer und Behältnisse und wenn man es gerade braucht, kann man sicher sein, es nicht zu finden.

Ich habe folgenden Versuch gemacht, um meinen Hobokocher besser befeuern zu können. Ich habe trockene Tannenholzstäbe zurechtgeschnitten, die in eine luftdicht verschließbare Dose passen und dann erstere in heisses Baumharz getaucht, welches ich in einem kleinen Blechschälchen über einem Esbit – Kocher erwärmt habe. Das klingt einfach, doch die Prozedur ist komplex. Beim Erhitzen verdampfen die Inhaltsstoffe des Harzes und wenn man nicht aufpasst, entzündet sich das Harz eine Stichflamme ist die Folge. Das kann böse Folgen haben. Erst im zweiten Anlauf gelingt es mir, das Harz langsam flüssig zu machen und nicht zu entzünden. Es empfieht sich, nur wenig Harz zu erwärmen und das Schmelzbehältnis immer wieder von der Flamme zu nehmen. So tauche ich Hölzchen für Hölzchen in die heiße Masse und stelle sie mit der Spitze nach oben in eine Eierschachtel.

Die Masse auf der Spitze meiner Sticks trocknet schnell und ist nun von glasig harter Konsistenz, die fest mit dem Holz verbunden ist und nicht mehr klebt. Ich bin nun sehr gespannt, wie mein Hobokocher auf den Brandbeschleuniger reagiert. Doch das wird sich beim nächsten Feuermachen zeigen.

Eine andere positive Nebenwirkung hat mein Experiment jedoch gehabt: die Wohnung riecht intensiv nach Baumharz: Weihnachten scheint nicht mehr allzu fern zu sein.

Gehen wir doch Kaffee trinken !

Sprache ist mehrdeutig. Als wir Ch. gegenüber heute mittags unsere Absicht äußerten, Kaffee trinken zu gehen, dachte sie an eine Gaststätte- wir jedoch an den Wald und an ein Feuer. Und natürlich an unsere Kuksas, aus denen wir so gerne unseren Kaffee schlürfen.

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Diesmal wollten wir aber nicht ein Lagerfeuer machen, sondern unseren Hobokocher benutzen, der uns schon lange gute Dienste leistet. Er war zwar teuer, ist aber schnell, effizient und höllisch heiß. Ein Luxusmodell von Hobokocher! Besonders bei nassem Wetter leistet er gute Dienste, denn ein paar trockene Ästchen findet man/frau immer. Und nass war es heute im Wald, das Moos strotzte vor Feuchtigleit.  Und noch gab es Pilze, diesmal Reizger, die Teile des moosigen Waldboden orange bedeckten. Die hätte ich alleine nie gesammelt, aber J. meinte, die hätte sie schon oft gegessen: und da kann man ihr wohl völlig vertrauen.

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Wir gehen oft dorthin. Es ist ein kleines Waldstück, in dem eine Kinderspielgruppe einen Lagerplatz besitzt: mit einem schönen Unterstand, in dem sich ein Holztisch mit Bänken befindet, einem Feuerplatz mit Sitzgelegenheiten, Feuerholz und vielem selbstgebasteltem Holzspielzeug, das an den Wänden der kleinen Holzhütte hängt. Wir sitzen am Feuerplatz und werfen den Hobokocher an. Rasch wird es warm, weil wir wieder unter einem Tarpschutz sitzen. Nächstes Mal werden wir Feuerholz beisteuern, denn ein handgeschriebener Zettel, der an die Innenwand gepinnt ist, lädt zwar zum Verweilen ein, ersucht aber darum, Feuerholz beizusteuern.

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Manchmal sehen wir in der Ferne Wanderer oder Reiter vorbeiziehen oder hören hinter uns die Kühe muhen. Sonst ist Einsamkeit. Mein Blick wird anders im Wald: statt auf einen Gegenstand zu fokussieren, schweift er ständig auf ein weites Blickfeld ab. Nicht Details werden dann sichtbar sondern Bewegungen, Stmmungen und Lichteinfälle. Entspannt sitzen wir da, trinken Kaffee, essen unsere in Öl gebratenen Reizger und trinken Kaffee. Tiefes Vergnügen, ohne einen Rappen dafür zu bezahlen. Mehr braucht es nicht.

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