Feuer, Wind und Kälte

Ein Problem beschäftigt mich derzeit sehr, jetzt vor Wintereinbruch: ein Feuer so zu situieren, um einerseits möglichst viel von seiner Hitze und möglichst wenig von seinem Rauch zu spüren. Große Feuer also, die lange brennen und die uns in unserem Tarp helfen, lange behaglich auszuhalten. Youtube hilft hier sehr. Die Positionierung ist klar: der Wind soll parallell zum First des Tarps und zum Hitzereflektor über das Feuer streichen können. Wenn man im Tarp sitzt, soll der Reflektor parallel zu diesem aufgebaut werden – das Feuer dazwischen.

Das Feuer selbst soll an der Spitze der aufgeschichteten Holzscheite entfacht werden. So kann es langsam nach unten brennen, unbeeinflußt von der Nässe des Bodens oder von nassem Holz, das wir zuunterst legen, damit es langsam durch die darüber befindliche Hitze trocknen kann. Der sanfte Kenneth Kramm hat ja in untenstehendem Video deutlich gezeigt, welche Vorteile ein Upside Down Feuer hat:

Zwei Hitzereflektoren sind interessant: einer aus Holz und einer aus Stein. NoMoreOp4 hat hier einen, so glaube ich, sehr effektiven Holzreflektor gebaut:

Ich bin schon gespannt, wie sich die Realisierung tatsächlich bewerkstelligen lässt und werde selbstverständlich vom Feldversuch berichten.

Gehen wir doch Kaffee trinken !

Sprache ist mehrdeutig. Als wir Ch. gegenüber heute mittags unsere Absicht äußerten, Kaffee trinken zu gehen, dachte sie an eine Gaststätte- wir jedoch an den Wald und an ein Feuer. Und natürlich an unsere Kuksas, aus denen wir so gerne unseren Kaffee schlürfen.

kuksa

Diesmal wollten wir aber nicht ein Lagerfeuer machen, sondern unseren Hobokocher benutzen, der uns schon lange gute Dienste leistet. Er war zwar teuer, ist aber schnell, effizient und höllisch heiß. Ein Luxusmodell von Hobokocher! Besonders bei nassem Wetter leistet er gute Dienste, denn ein paar trockene Ästchen findet man/frau immer. Und nass war es heute im Wald, das Moos strotzte vor Feuchtigleit.  Und noch gab es Pilze, diesmal Reizger, die Teile des moosigen Waldboden orange bedeckten. Die hätte ich alleine nie gesammelt, aber J. meinte, die hätte sie schon oft gegessen: und da kann man ihr wohl völlig vertrauen.

reizger

Wir gehen oft dorthin. Es ist ein kleines Waldstück, in dem eine Kinderspielgruppe einen Lagerplatz besitzt: mit einem schönen Unterstand, in dem sich ein Holztisch mit Bänken befindet, einem Feuerplatz mit Sitzgelegenheiten, Feuerholz und vielem selbstgebasteltem Holzspielzeug, das an den Wänden der kleinen Holzhütte hängt. Wir sitzen am Feuerplatz und werfen den Hobokocher an. Rasch wird es warm, weil wir wieder unter einem Tarpschutz sitzen. Nächstes Mal werden wir Feuerholz beisteuern, denn ein handgeschriebener Zettel, der an die Innenwand gepinnt ist, lädt zwar zum Verweilen ein, ersucht aber darum, Feuerholz beizusteuern.

hobo

Manchmal sehen wir in der Ferne Wanderer oder Reiter vorbeiziehen oder hören hinter uns die Kühe muhen. Sonst ist Einsamkeit. Mein Blick wird anders im Wald: statt auf einen Gegenstand zu fokussieren, schweift er ständig auf ein weites Blickfeld ab. Nicht Details werden dann sichtbar sondern Bewegungen, Stmmungen und Lichteinfälle. Entspannt sitzen wir da, trinken Kaffee, essen unsere in Öl gebratenen Reizger und trinken Kaffee. Tiefes Vergnügen, ohne einen Rappen dafür zu bezahlen. Mehr braucht es nicht.

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